Projektunterricht

Projektunterricht (PU) stellt bei uns an der Irena-Sendler-Schule seit 2006 eine wichtige Ergänzung des Fachunterrichts in den Jahrgängen 5 bis 10 dar. Er ist fächerübergreifend und als Unterricht bei der Klassenleitung organisiert und wird damit in der Regel von beiden TutorInnen gemeinsam erteilt . An bis zu sechs Unterrichtsstunden pro Woche arbeiten wir in vier Projekten pro Schuljahr an unterschiedlichen Facetten größerer Themenbereiche, die u.a. aus den verbindlichen Aufgabengebieten aus dem Bildungsplan stammen oder sich in besonderer Weise für fächerverbindendes Lernen anbieten. Dabei stehen stets allgemeine Kompetenzen und Orientierungswissen im Vordergrund. Aber auch der Erwerb von Fachkompetenzen spielt je nach beteiligten Fächern eine Rolle. Phasenweise wird dabei sehr auf projektartige Arbeitsweisen gesetzt.

Was verstehen wir unter unter unserem Projektunterricht?

Der Projektunterricht wird bei uns als fächerübergreifender Unterricht verstanden, d. h. es werden grundsätzlich Themen behandelt, bei denen Inhalte aus mehreren Fächern von Bedeutung sind. Deshalb ist jedes Projekt jeweils einem größeren Thema bzw. einer Überschrift untergeordnet.  Konzept ist, dass dann vielfältige Facetten beleuchtet werden und Zusammenhänge zwischen einzelnen Elementen hergestellt werden sollen. Der Erwerb überfachlicher Kompetenzen und auch von Methoden kann im Projektunterricht besonders gut unterstützt werden. Es besteht die Notwendigkeit hierfür, um sich die Themen erschließen zu können. Wir haben aber auch die Zeit dazu, da der Projektunterricht in sechs Stunden pro Woche stattfindet. Unser Projektunterricht läuft auch wie anderer Unterricht ab: es werden zum Teil auch Arbeiten geschrieben, Leistungen werden benotet, Arbeitsblätter werden ausgefüllt. Es wird aber auch mal projektartig und – wann immer es der Rahmen zulässt – handlungsorientiert gearbeitet.

Was wollen wir mit unserem Projektunterricht erreichen?

  • Steigerung der Motivation der Lernenden durch die komplexe Lernsituation, die Auswahl an Themen, Mitbestimmung im Lernprozess, Vielfältigkeit an Arbeitsformen, unterschiedliche Methoden uvm.,
  • mehr Kompetenzorientierung (nach Bildungsstandards) und damit verbunden eine Kompetenzsteigerung,
  • Erlernen und Anwendung der kooperativen Lernformen,
  • Förderung von Selbstständigkeit; Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernprozess; Lehrerrolle als Lernbegleiter,
  • Intensive Betreuung durch die KlassenlehrerIn sowie Stärkung des Klassenverbands, dadurch dass PU durch die KlassenlehrerInnen unterrichtet wird (falls zwei KlassenlehrerInnen die Klasse leiten, wird meist PU gemeinsam in Doppelbesetzung gegeben),
  • bessere Lernerfolge durch vielseitige Vernetzung des Wissens (größeres Thema),
  • Integration eines großen Teils der neun Aufgabengebiete aus dem Bildungsplan der Stadtteilschule (wie Umwelterziehung, Gesundheitsförderung, Medienerziehung u.a. ),
  • Intensive Integration außerschulischer Lernorte (Museen, Ausstellungen, Betriebsbesichtigungen).

Bewertung des Projektunterrichts

Projektunterricht ist kein bewertungsfreier Raum. Er ist in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien vorgesehen und keine Erfindung unserer Schule. Dort wird geregelt, dass der Projektunterricht im Zeugnis nicht eigenständig bewertet wird, sondern im Zeugnis unter Angabe der Projekte erwähnt werden muss. Die Leistungen, die Fächern oder Lernbereichen zuzuordnen sind, sollen in die Note des jeweiligen Fachs einbezogen werden.

Genauso verfahren wir. Im Konzept des Projektunterrichts sind vielfältige Lernerfolgskontrollen und Formen der Leistungserbringung vorgesehen. Wir als Schule haben entschieden, in welcher Weise diese Bewertungen in die Fachnoten einfließen. So fließt z. B. eine Arbeit im Projekt „Freundschaft und Sexualität“ (Jahrgang 6) als schriftliche Arbeit in die Fachnote Naturwissenschaft, wo in dem Halbjahr dann eine Arbeit weniger geschrieben wird. Im Projekt „Entdecken und Erfinden“ im Jahrgang fertigen die SchülerInnen eine Mappe zu einem „Entdecker“ an. Diese Leistung fließt mit in die Mitarbeitsnote des Fachs Gesellschaft ein. Zusätzlich zu dieser Berücksichtigung in den Fachnoten schreiben die KlassenlehrerInnen in den Zeugnissen der Klassenstufen 5 bis 8 Rückmeldungen zum Projektunterricht in das Zeugnis.

Der Projektunterricht an der Irena-Sendler-Schule ist erfolgreich!

Nach über zehn Jahren der Umsetzung und der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Projektunterrichts können wir selbstbewusst sagen: Ja, der Projektunterricht trägt zum Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler bei.

Die Schulinspektion lobt unser Konzept und sieht deutliche Qualität bei ihrem Besuch (Bericht der Schulinspektion vom 27.02.2014):

„Die Irena-Sendler-Schule hat mit einer klaren konzeptionellen Ausrichtung wie dem Projektunterricht, der ganztägigen Bildung und der Förderung einer heterogenen Schülerschaft begonnen und ist mit großem Engagement aller Schulbeteiligten dabei, diese auszugestalten.“

Der Projektunterricht ist durch eine Konzeptgruppe entwickelt worden und wird im jeweiligen Jahrgangsteam im Rahmen intensiver Koordination ausgestaltet. Diese Abstimmung wird besonders intensiv für den Projektunterricht betrieben:

„Eine systematische inhaltliche Abstimmung zeigt sich darin, dass sich die Jahrgangsteams insbesondere der Unter- und Mittelstufe in Teilbereichen wie dem Projektunterricht und in einzelnen weiteren Fächern über die Planung und Durchführung von Unterricht austauschen. Diesbezügliche Absprachen münden in gemeinsame Unterrichtsvorhaben, die für den Projektunterricht und einzelne Fächer in herausragender Weise erarbeitet worden sind.“

Der Projektunterricht bereichert die Lernkultur:

„Die Schule unterstützt mit dem Projektunterricht, den Lernzeiten und weiteren Förder- und Kurs-angeboten sowohl am Vor- als auch am Nachmittag das Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler. Hierdurch gelingt es der Schule insgesamt, eine förderliche Lernkultur zu schaffen.“

Der Projektunterricht fördert das selbstorganisierte Lernen:

„So ist der Unterricht beispielsweise im Projektunterricht und in den Lernzeiten darauf ausgerichtet, die Schülerinnen und Schüler zum selbstorganisierten Lernen anzuregen und zu aktivieren.“

Eine schulinterne Evaluation hat ergeben, dass die Umsetzung eine Vielzahl der Ziele, die im Konzept formuliert wurden, erreicht werden.

Bei Lernstandsmessungen der Behörde (KERMIT) bekommen wir rückgemeldet, dass die Lernergebnisse unserer SchülerInnen häufig über denen vergleichbarer Schulen liegen.

Projekt-Beispiel: Wir schreiben ein Buch (Jahrgang 5)

Es ist nicht ganz leicht, unser Konzept kurz und verständlich darzustellen. Es ist ja auch sehr umfangreich und vielseitig. Bei Gesprächen an Infoabenden und am Tag der offenen Tür hat sich gezeigt, dass Beispiele bei der Erklärung helfen.

In dem Projekt geht es – wie der Titel schon sagt  – rund um das Buch. Thematisch ist es an den Deutschunterricht gekoppelt, wo die SchülerInnen verschiedenen Märchen behandeln und die Merkmale von Märchen erarbeiten. Im Projektunterricht geht es dann um das eigene Märchenbuch der jeweiligen Klasse. Dazu wird an folgenden Unterthemen u.a. aus den Fächern Deutsch, Gesellschaft und Mathematik gearbeitet:

  • Erfindung des Papiers und des Buchdrucks (historische Betrachtung)
  • Berufe rund um das Buch
  • Buchpreis: wie setzt er sich zusammen? (Vorbereitung der Prozentrechnung)
  • Außerschulischer Lernort „Museum der Arbeit“ ; Drucksatz in der Druckereiwerkstatt
  • Schreiben von eigenen Märchen unter Verwendung einer unterstützenden Methode
  • PC-Führerschein: die SchülerInnen werden in das PC-System der Schule eingewiesen und lernen alle wichtigen Schritte
  • Die SchülerInnen gestalten ihr Buch und tippen ihre Märchen
  • Die SchülerInnen planen die Herstellung und betrachten die Kosten

Projekte der Jahrgänge 5 bis 10 im Überblick: