FranceMobil an der ISS

FranceMobil an der ISS

„Bonjour, je m‘appelle Audrey. Je parle français, mandarin, allemand et anglais“, stellt die Lektorin von FranceMobil, die am 7. Mai zu Gast ist, sich dem Französischkurs vor,  Nun sind die Schülerinnen und Schüler dran. Dafür wird zu Musik ein großer Würfel weitergereicht. Wenn die Musik stoppt, muss die Person, die den Schaumstoffwürfel gerade in der Hand hält, würfeln und bei eins bis fünf einen von fünf Sätzen über sich auf Französisch formulieren. Zeigt der Würfel sechs Punkte, darf diese Person gleich alle Sätze sagen.

Audrey Li-Thiao-Té ist für FranceMobil ein Jahr lang in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, um Schulen zu besuchen. In ganz Deutschland sind es 12 sogenannte Lektorinnen, die Jugendliche für die französische Sprache begeistern und ihr Interesse für internationale Mobilitätserfahrungen und interkulturelle Austauschprogramme wecken. Für kulturelle und sprachliche Erfahrungen nutzen sie gerne Videos, aktuelle Musik und Bilder, um ein authentisches Bild ihrer Kultur und der französischen Sprache zu vermitteln.

Für das nächste Spiel bildet Audrey daher drei Teams und legt Karten mit Bildern und den dazugehörigen französischen Bezeichnungen auf einen Tisch. Die Teams treten nun gegeneinander an. Wer einen der Begriffe als erstes in einem französischsprachigen Lied hört und die passende Karte antippt, gewinnt für sein Team einen Punkt. Schnell tippt ein Schüler auf den Kaktus, als „Les cactus“ von Jacques Dutronc erklingt. Am Ende sind sich alle einig: „Es hat Spaß gemacht, die Wörter aus den Liedern herauszuhören!“

Audrey ist selbst ein super Beispiel für internationale Verständigung: Nach der Grundschule in Hongkong ist sie mit ihrer Familie nach La Réunion umgezogen, wo ihr Vater großgeworden ist. In einer AbiBac-Klasse hat sie auf der Insel die deutsche Literatur und Geschichte für sich entdeckt. Im Anschluss hat sie in Germanistik einen Bachelor-Abschluss zwischen Straßburg und Freiburg im Breisgau und noch einen Master in Geschichte zwischen Straßburg und Trier erlangt.

Den Französischkursen aus Jahrgang 7, 8 und 9 der Irena-Sendler-Schule kann sie am Ende ihres Besuchs also sowohl etwas über ihre Kindheit auf La Réunion erzählen als auch durch ihre persönlichen Mobilitätserfahrungen Interesse für Austauschprogramme wie das Brigitte-Sauzay-Programm wecken.

Bild und Text: Katherina Köster-Petersen.