Das Erasmus+ der 13e mit Frankreich und Italien

Nachhaltige Stadtentwicklung zwischen Tourismus, Klima und Alltag (Klasse 13e)

Wie schafft man es, dass eine Stadt für die Menschen vor Ort gut funktioniert, obwohl gleichzeitig immer mehr Tourist:innen kommen und sich das Klima verändert? Genau daran haben wir als Klasse 13e im Erasmus+-Kontext mit unseren Partnerschulen in Mailand und Agde gearbeitet. In diesem Artikel betrachten wir nun den Austausch mit Italien etwas genauer.

Ein Schwerpunkt war der Stadtteil Lambrate: Früher ein eher kleiner Ort, wurde er im Zuge der Industrialisierung stark geprägt. Später kam der Strukturwandel und die Produktion wurde zurückgefahren oder verlagert, daher brauchte es neue Ideen für alte Flächen. Spannend fanden wir den Umbau vom Industrie- zum Wohn- und Kulturraum. Ein Beispiel ist der Lambretta Park (über 56.000 m²) auf einer ehemaligen Industriefläche mit Grünflächen, Spielbereichen und Wegen. Gleichzeitig wurde aber auch sichtbar, dass Aufwertung nicht nur „positiv“ ist: Wenn Mieten steigen und neue Hotels, Bars und Restaurants dazukommen, kann das Gentrifizierung verstärken und Bewohner:innen verdrängen.

Außerdem haben wir uns mit Klimaanpassung beschäftigt und sogenannte „Sponge Citys“ näher betrachtet. Regenwasser soll nicht einfach schnell abfließen, sondern durch Grünflächen, Dächer und durchlässige Beläge aufgenommen, gefiltert und genutzt werden. Das hilft gegen Überflutung, Hitze und schlechte Luft. Als großes Beispiel für Stadtumbau haben wir auch CityLife betrachtet: ein ehemaliges Messegelände, das zu einem neuen Quartier mit viel öffentlichem Grün, (weitgehend) autofreier Oberfläche und guter ÖPNV-Anbindung entwickelt wurde, mit der typischen Frage im Hintergrund: Wie bleibt so ein Projekt bezahlbar und inklusiv?

Der Besuch der Italiener bei uns in Hamburg hat das Thema für uns nochmal „real“ gemacht. Der Grüne Bunker zeigt, wie Bestandsgebäude umgenutzt und gleichzeitig begrünt werden können. Und bei unserem Besuch der MVR ging es um Energiegewinnung, Abgasreinigung und Recycling: Nachhaltigkeit ist eben auch eine Frage von Stoff- und Energieströmen – und davon, welche Lösung in welchem Kontext am meisten Sinn ergibt.

Was neben den Inhalten hängen geblieben ist

Auch wenn das Projekt fachlich richtig gut war, war die Projektarbeit ziemlich zeitintensiv. Viel Abstimmung, viel Recherche, Präsentationen vorbereiten, das war manchmal anstrengend, aber am Ende hat es sich gelohnt, weil man merkt, dass man wirklich an einem „echten“ Thema arbeitet.

Besonders schön war, wie nett die Leute waren und wie interessant es ist, wenn zwei Kulturen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen aufeinandertreffen. Manche Dinge liefen sehr strukturiert, anderes eher spontan und genau dadurch haben wir viel gelernt, auch über Zusammenarbeit.
Und natürlich gab es Dinge, die einfach typisch waren: Der italienische Cappuccino durfte gefühlt nie fehlen und Hamburger:innen Wandern auch bei strömendem Regen ist eben real.

Ein Beispiel dafür war unser Nachmittag in Wilhelmsburg: After lunch we continued with a trip to Wilhelmsburg where Levan and David gave a short presentation about the old water purification plant. Unfortunately, it started to rain heavily, so we had to end the trip earlier than planned and went back home. Even though the day finished a bit sooner… – war es trotzdem ein guter Abschluss, weil es gezeigt hat, wie Wetter, Planung und Realität manchmal einfach zusammenkommen.

Eure 13e

Fotos: : Jacqueline Piper

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …