Teilnehmer vom Projekt „Soziale Jungs“ aus Jahrgang 8 berichten…

Neuer Durchgang vom Projekt „Soziale Jungs“

In den kommenden Wochen wird es wieder eine erste „Infoveranstaltung“ für interessierte Jungen aus Jahrgang 7 geben, auf der das Projekt  „Soziale Jungs“ vorgestellt wird. Auf dieser Seite könnt ihr einen Bericht von Bjarne, Lukas und Florian aus Jahrgang 8 lesen, die in den letzten Herbstferien ein Praktikum in Hamburger Kitas absolviert haben. In dem Interview könnt ihr erfahren, wie den Dreien das Praktikum gefallen hat, was spannend und neu war und ob sie das Projekt empfehlen können. Viel Spaß dabei!

Eine Teilnahme am Projekt ist jederzeit möglich. Wenn ihr Lust habt mitzumachen, meldet Euch…

… in der Schule bei Frau Schulz: katja.schulz@iss.hamburg.de

… oder bei Herrn Bentheim: bentheim@soziale-jungs-hamburg.de

https://irena-sendler-schule.hamburg.de/jungen-aus-jahrgang-8-nehmen-am-projekt-soziale-jungs-teil/

„Ich hab gelernt, dass es verschiedene Arten von Kindern gibt und manche richtig viel Aufmerksamkeit brauchen“

 

Bjarne, Lukas und Florian über ihre Mitarbeit im Projekt „Soziale Jungs“ in Hamburger Kitas in den Herbstferien 2017

Interview: Alexander Bentheim, Projektleiter „Soziale Jungs Hamburg“

Habt ihr euch als Praktikanten wohl gefühlt?

alle Ja.

Drei Beispiele, was ihr in der Kita gemacht habt?

Lukas: Die Kinder bespaßen, den Tisch decken, halt alles vorbereiten, was so wichtig ist.

Florian: Mit den Kindern basteln, die Kinder beschäftigen. Und aufpassen, dass die keinen Blödsinn machen.

Bjarne: Wir haben drinnen gespielt, weil nicht so gutes Wetter war. Dann haben wir alle zusammen gegessen und ich sollte auch aufpassen, dass die nicht mit dem Essen rumspielen. Und ihnen auch sagen, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Und Basteln, das haben wir auch gemacht.

Was hat euch im Ferienpraktikum in der Kita am besten gefallen?

Lukas: Mit den Kindern spielen, das hat Spaß gemacht.

Florian: Mir hat auch das Zusammenarbeiten mit den Erzieherinnen Spaß gemacht. Mir sind da Erinnerungen gekommen, wo man selber klein war, und einem dann einfällt, dass man früher ja auch so etwas chaotisch war. Aber ich fand es insgesamt ganz gut dort.

Bjarne: Das Spielen und dass man sehen konnte, wie man selber früher so war. Ich hab auch ein paar Kinder wieder erkannt, die mir ähneln.

Hat euch etwas überrascht, was ihr vorher so nicht gedacht hättet?

Lukas: Mich hat überrascht, dass die Erzieher offenbar nicht jeden Tag durchgeplant haben. Aktivitäten wurden direkt an der Tür mit den Eltern geplant.

Florian: Ja, ist mir auch ganz oft aufgefallen. Die sprechen mit den Eltern zum Beispiel ab, ob sie mit den Kindern schwimmen gehen dürfen.

Und ist diese Erfahrung interessant für euch?

Lukas: Ja. Das macht auch voll neugierig, irgendwie.

Florian: Lukas und ich waren ja in der gleichen Kita, in verschiedenen Gruppen, aber manchmal mit unseren Gruppen auch zusammen in einem offenen Bereich, und da war ein Kind, das uns nur für sich alleine haben wollte. Da habe ich gelernt, dass manche Kinder richtig viel Aufmerksamkeit brauchen und andere sich mehr mit sich selbst beschäftigen, und mit den Freunden, die sie dort haben.

Lukas: Für mich war das auch überraschend, das hätte ich nicht gedacht.

Fandet ihr es angenehm oder unangenehm, wie sich das Kind verhalten hat?

Florian: Ich fand das „Klettige“ von ihm eher unangenehm. Der war halt die ganze Zeit immer bei uns, und das war auch anstrengend. Weil man auch aufpassen musste, was man ihm sagt, sonst war der immer gleich bedröppelt. Ich fand es aber auch spannend, dass es verschiedene Arten gab, wie die Leute sich benommen haben.

Lukas: Als ich früher im Hort war, da fand ich es auch immer gut, wenn so Praktikanten da waren. Mit einigen Kindern wurde gebastelt, aber die Kinder, die keine Lust dazu hatten, waren froh, dass Praktikanten mit ihnen gespielt haben. Und wo wir jetzt in der Kita waren: wir waren halt offen und haben mit den Kindern gespielt, was die Erwachsenen eben nicht gemacht hätten.

Was gab es denn noch, das ihr gelernt habt?

Florian: Ich hab gelernt, dass es verschiedene Arten von Kindern gibt. Die sich verschieden benehmen. Manche waren ganz ruhig, manche waren so, dass die sich erst integrieren mussten.

Bjarne: Gelernt habe ich, dass Erzieher zum Beispiel keinen Anschwung an der Netzschaukel geben oder sie bespaßen die Kinder nicht mit dem „Ticken“- Spiel. Und dann musste halt ich das immer machen. Und dazu sind wir Praktikanten ja auch da. Also ich habe gelernt, dass die Erzieher das nicht machen, nicht weil sie fies wären oder gerade keinen Bock haben, sondern die dürfen das halt nicht.

Florian: Die wollen auch, dass die Kinder sich selber beschäftigen. Bei unserer Kita war das auch so. In meiner Gruppe mussten die Kinder zum Beispiel die Teller alle selber wegräumen …

Lukas :… es gab Tischdienste, die das alles holen mussten. Ich wusste gar nicht, dass die auch schon mal so eine Schüssel tragen durften, wo Suppe drin war für die Nudeln. Ich dachte immer, nein, das dürfen die bestimmt noch nicht …

Florian: Diese Kinder jetzt durften den Tischdienst immer selbst aussuchen. Die hatten so eine Liste, und wenn welche noch nicht dran waren, dann durften die immer zuerst – denn die meisten wollten gern Tischdienst machen. Und zum Tischdienst gehört auch Raum fegen, und die konnten das schon richtig gut.

Nach euren Erfahrungen bisher: Würdet ihr irgend etwas verbessern oder anders machen?

Bjarne: Es war nichts schlimm, was man unbedingt ändern müsste. Aber ich würde vielleicht noch ein bisschen mehr auf die Gruppen achten. Manchmal war ein Erzieher auf einmal bei einer anderen Gruppe, und die Kinder wussten keinen Grund dafür. Und das fand ich auch erstaunlich: bei 6-8 Stunden Arbeit gab es nur eine halbe Stunde Pause.

Florian: Ja, ist schon auch irgendwie Arbeit, aber ich hab das nicht so gesehen, weil wir zum Beispiel „Verstecken“ gespielt haben und da hatte ich auch selber Spaß dran. Ist schon cool, weil ja manchmal auch lustige Sachen passieren, wenn man zum Beispiel über seinen eigenen Fuß stolpert. Dann weint das Kind im ersten Moment, aber im Inneren muss man dann doch schon schmunzeln, weil es einfach auch lustig aussieht. Um ehrlich zu sein, ich finde die Schule anstrengender.

Bjarne: Ich fand das Grundprinzip relativ gut, dass die Kinder vorbereitet werden auf das weitere Leben, also dass das im Kindergarten schon anfängt. Was ich vielleicht ändern würde: dass manche Kinder, die schon ein bisschen weiter sind, mehr Freizeit bekommen. Es gab Kinder, die haben richtig Quatsch gebaut, auf die wurde dann auch geachtet, aber die haben keine Hilfe bekommen! Die wurden immer nur zurückgewiesen und es wurde gesagt, was sie falsch gemacht haben, aber denen wurde nicht oder nur wenig geholfen …

Florian: … wie sie es besser machen können …

Bjarne: … ja, genau.

Eine gute Beobachtung! Und ein Thema, das auch in der Erzieherausbildung sehr wichtig ist … Wollt ihr in der Kita, in der ihr jetzt wart, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mitarbeiten?

Florian: Ja. Ich will in den Märzferien wohl noch einmal dahin. Das hab ich den Kindern versprochen, dass ich im März noch mal wiederkomme J

Dann musst du dein Versprechen auch halten!  🙂

Florian: Ja, mach ich auch! 🙂

Bjarne: Und haben wir noch eine Rückmeldung aus den Kitas gekriegt?

Ja, ihr habt alle toll mitgemacht, habt einen guten Eindruck hinterlassen und dürft gern wiederkommen.:-)

 

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