Esther Bejarano und die Microphone Mafia: Ein spannender Abend zwischen Lesung und Rap – Bericht einer Schülerin

Am Donnerstag, dem 24.10. 2019, gab es eine Veranstaltung in unserer Schule, die kommenden Generationen wohl vorenthalten werden wird. Unter dem Namen „Esther Bejarano und die Microphone Mafia“ konnte sich kaum einer von uns etwas vorstellen. Doch im Laufe des Abends wurde ich davon überzeugt, dass eine Zusammenführung von den Erzählungen einer Zeitzeugin aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und einer auf Rap spezialisierten Musikgruppe zwar neuartig, doch beeindruckend war.

Der Abend begann um 19 Uhr mit einer knappen Einleitung und Vorstellung von Esther Bejarano und ging in die Lesung eines Teils ihres Buches „Erinnerungen. Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts“ über. Die fast 95-Jährige las bewegend aus ihrem Buch vor und die Aula unserer Schule tauchte für diesen Augenblick ein in das Geschehen und wurde mitgerissen in die Zeit der jungen Esther Bejarano. Sie erzählte ihre unglaubliche Lebensgeschichte und wohl jeder fieberte angespannt mit oder war erfüllt von Ehrfurcht, denn so still habe ich unsere Pausenhalle noch nicht erlebt. Noch immer bewegt von den Erzählungen der damals im KZ inhaftierten Autorin, endete der erste Teil des Abends, dicht gefolgt von Teil zwei. Denn nun betraten auch die Mitglieder der Microphone Mafia die Bühne und nach kurzem Umräumen und der Vorstellung erklang schon das erste Lied. Ich spreche wohl für einige, wenn ich sage: „So etwas habe ich noch nicht gehört.“ Eine Mischung aus Rap und alten, teils hebräischen, teils jüdischen und sogar deutschen Volksliedern erklang.

Diese Lieder sind eine neuartige und originelle Idee, um der heutigen Jugend die Zeit des Nationalsozialismus näher zu bringen. Umgedichtete Liedtexte der damaligen Zeit treffen auf den „Musikgeschmack der Jugend“ und können so an diese Generation verständlich weitergegeben werden. Zwar ist Rap nicht mein persönliches Lieblingsgenre, aber selbst mir hat der Sprechgesang gefallen. Die Texte haben zum Nachdenken angeregt und meist zum Refrain übergeleitet, bei dem auch Esther Bejaranos Gesangstimme zum Einsatz kam, die, wer sich mit ihrem Buch auseinandersetzt weiß das, letztendlich ihr Leben rettete. Diese Information machte den Gesang noch interessanter. Ebenfalls unerwartet war die gesamte Atmosphäre der Veranstaltung. Nach der ehrfürchtigen Stimmung während der Vorlesung wurde gelacht, mitgesungen und selbst ein paar Witze wurden zum Einsatz gebracht. Besonders sympathisch fand ich die Erklärung, die dahinterstand. Esther Bejarano habe darauf bestanden etwas Humor mit einfließen zu lassen, denn sonst wäre es ja zu langweilig. Außerdem haben wir Einblicke in das erste Zusammentreffen und die erste Zusammenarbeit der außergewöhnlichen, mittlerweile familiären Gruppe erhalten.

Letztendlich kann ich jedem weiterempfehlen, einmal Esther Bejarano und die Microphone Mafia zu erleben.

Luisa K. Kruse

 

30.9.2019:

Liebe Schulgemeinschaft,

die Irena-Sendler-Schule lädt Sie ganz herzlich zu einem außergewöhnlichen Abend mit „Esther Bejarano und der Microphone Mafia“ mit ihrem Programm „La vita continua“ ein.

Zu Beginn des Abends liest die 1924 im Saarland geborene Esther Bejarano aus ihrem Buch: “Erinnerungen – Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts“ und gewährt uns einen Einblick in ihre Erlebnisse im Konzentrationslager Auschwitz.

Nach einer kurzen Pause beginnt der musikalische Teil der Veranstaltung, angeleitet durch die Band „Microphone Mafia“, bestehend aus ihrem Sohn Joram und dem Rapper Kutlu Yurtseven.

„La vita continua“ bedient ein breites Spektrum an Musik: vom deutsch-türkischen Hiphop bis hin zu traditionellen jiddischen Liedern, begleitet von einem vielsprachigen Gesang Esther Bejaranos.

Wir freuen uns, Sie an dem Abend zahlreich begrüßen zu dürfen.

Mit herzlichen Grüßen

Matthias Greite  (Schulleiter)

Jens-Frederik Eckholdt (Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“)

 

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