Wenn das Lesefest zum Poetry-Slam wird – Schülerinnen und Schüler berichten

Am Mittwoch fand das erste Lesefest zum Thema Poetry Slam an der Irena-Sendler-Schule in der gesamten Klassenstufe 10 statt. Morgens haben sich alle zehnten Klassen zunächst in der Aula zusammengefunden. Zu Besuch hatten wir den Poetry Slammer Bas Böttcher. Als die Veranstaltung um acht Uhr begann, fing Bas Böttcher mit seiner Poetry Slam-Performance an.
Zum einen gab Bas Böttcher uns die Möglichkeit über seine Performance zu bestimmen. Er fragte uns mehrmals ob wir Themen hätten, die uns besonders interessieren, sodass er überlegte, ob  dazu ein eigner Text von ihm passte. Genannt wurden die Themen „Motivation“, „Gott und die Welt“ und „Wahrheit oder Lüge“. Besonders verblüffend fanden wir, dass Herrn Böttcher zu jedem genannten Thema einen passenden Text parat und auswendig vorgetragen hatte. Jeder Text wurde anders vorgetragen und hatte jeweils andere Emotionen bei dem Publikum geweckt. Und zum anderen gab er uns die Möglichkeit ihn allerlei Fragen zu stellen. Es fielen hier zum Bespiel die Fragen „Wie begann Ihre Karriere?“ oder „Was ist, wenn man nicht weiß, worüber man einen Poetry Slam-Text verfassen soll? “ und daraufhin antwortete er, dass man in diesem Fall darüber ein Text schreiben könne, dass einem nichts einfiele.
Um neun Uhr endete die Veranstaltung mit Bas Böttcher. Anschließend gingen alle zehnten Klassen wieder in ihre Klassenräume. In jeder Klasse wurde daraufhin über die Performance von Bas Böttcher reflektiert. Nachdem man dieses mit der Klasse besprochen hatte, begann der herausfordernde Teil, indem wir unsere eigenen Texte schreiben und vortragen sollten. Mit dem Vortragen der selbst erstellten Poetry Slam-Texte der Schüler endete das aufregende Lesefest dieses Jahr.
Ein Bericht von:
Muezz Mahfuzi und Emran Majidi, 10d
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Am 30.10.2019 haben wir in unserer Schule das jährliche Lesefest gefeiert. Dieses Jahr hatten wir das Thema Poetry Slam. Poetry Slams sind Dichtwettbewerbe zwischen verschiedenen Autoren. Die Jury ist das Publikum und durch die Klatschlautstärke wird festgelegt, wer eine Runde weiter ist. Zu unserem Lesefest wurde ein Poetry Slamemr, Bas Böttcher, eingeladen. Dieser hat uns ein paar von seinen Texten vorgetragen und uns erklärt was Poetry Slam überhaupt ist. Der Vortrag war sehr interessant. Es war beeindruckend, wie er mit Wörtern spielen kann.

Als wir wieder zurück in den Klassen waren, haben wir angefangen an unseren eigenen Poetry Slam-Texten zu schreiben. Diese Aufgabe war gar nicht so einfach, weil man zunächst ein Thema finden und dann auch noch zu diesem Thema einen Text zusammenreimen musste. Wir haben unsere Texte in der Klasse vorgetragen und bei uns kamen sehr viele emotionale Texte zustande. Uns hat dieser Tag sehr gefallen, es war sehr cool sich einen Tag mit diesem Thema zu beschäftigen.
Leonie und Ayleen, 10d
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Musik ist überall
Egal ob Töne treffen,
Töne verfehlen
Sänger nachäffen,
wie Hähne krakeelen
Musik bewegt uns alle,
begegnet uns jeden Tag
Jedermann versteht sie,
doch weißt du was sie in Wirklichkeit vermag?
Denn Musik überwindet Sprache
Im Grunde eine einfache Sache,
doch gleich so kompliziert
In unseren Köpfen eingraviert
Ob Stimme neu entdecken,
an allen Ecken
hören, in jedem Laut ist ein Beat
versteckt nicht jeder erkennt, dass es ihn gibt
Verdeckt durch den Alltag, doch durch diesen Sound,
bin ich im Alltag meist gut gelaunt
Denn Musik überwindet Sprache
Im Grunde eine einfache Sache,
doch gleich so kompliziert
In unseren Köpfen eingraviert
Wir sagen nicht das, was wir meinen,
meinen nicht was wir tun,
doch unterlegst du deine Meinung mit einer Melodie,
kannst du dich auf dieser Tatsache ausruhen
„Och ist doch nur ein Song! Das bedeutet doch nichts!“
Doch in Wahrheit wissen alle, ´s bringt Wahrheit ans Licht´s
wie das beste Versteck, denn im Vordergrund klar,
nehmen die wenigsten Leute das Wirkliche wahr
Denn wer vor Interpretationen nur so strotzt, nur den Hintergrund sieht,
will in Wahrheit vertuschen, was offen vor Augen liegt
Denn Musik überwindet Sprache
Im Grunde eine einfache Sache,
doch gleich so kompliziert
In unseren Köpfen eingraviert
Doch wir lenken vom Thema ab
Verlieren uns in Details
Wäre dies ein Lied, wär es viel kürzer als
dieses Gedicht, denn erkannt haben wir
Musik wird verstanden, verleiht Flügel dir
In nur einer Phrase, durch Melodie und Gesang,
vernehmen alle die’s hören durch diesen Klang,
Gefühle, Emotionen – Erinnerungen kommen wieder,
denn auch tausende Worte schlagen keine Lieder
Denn Musik überwindet Sprache
Im Grunde eine einfache Sache,
doch gleich so kompliziert
In unseren Köpfen eingraviert
Für jeden anders die Bedeutung,
doch meist ganz gleich im Ursprung
Es ist Musik, sie ist da überall
Auf sie kann ich mich verlassen, denn in jedem Fall
spricht sie mir aus dem Herzen, sie ist mein Element
Musik ist immer da, sie ist immer präsent
von Luisa K. Kruse, 10b
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Die Erfindung
Menschen haben das Auto erfunden. Andere haben aus deren Sicht nichts erfunden. Wie klingt es, das „Nichts“? So langweilig, so grau, so emotionslos. Der Mensch erfindet ständig etwas. Was? Genau, was? Er erfindet eine Lösung für sein Problem. Warum? Vielleicht nervt ihn sein Problem. Was ist genau ein Problem? Ein Problem? Ein Problem ist ein Hindernis zum erreichen eines Ziels? Ja in etwa, keine Ahnung. Es nervt nur. Aber wie erkenne ich ein Problem? Gute Frage. So lange es mich nicht stört, ist es doch kein Problem, oder? Das Problem ist ein Hindernis; wäre es kein Hindernis wäre es kein Problem. Aber es ist ein Hindernis vorhanden. Wie erkenne ich das Hindernis? Wie genau, wie? Ich weiß es nicht. Das ist auch ein Hindernis, denn ich komme nicht weiter und somit ist es auch ein Problem. Ich denke, dass man die Lösung zufällig erkennt, denn wenn man versucht über ein Problem nachzudenken, kommt man nicht weiter. Jetzt muss man sich das Problem oder Hindernis nur bewusst machen. Wie mache ich es mir bewusst? Das Hindernis oder Problem analysieren. Ab wann ist es mir bewusst, dass es ein Problem gibt? Wenn man alle Faktoren gesammelt analysiert und einem Bewusst gemacht hat. Und dann kommt das Erfinden. Aber was, wenn es nicht funktioniert? Dann entsteht Druck. Was ist denn Druck? Druck ist ein Impuls welches einen zwingt das Problem zu lösen. Also warum nicht etwas erfinden? Eine Lösung für das Problem. Wie löse ich das Problem? Nachdenken. Warum nachdenken? Um das Problem zu lösen sollte man nachdenken, wie man das Problem lösen könnte. Wie denn? Durch eine Erfindung.
Die Erfindung des Autos. Carl Benz hatte ein Problem. Er musste damals lange Strecken zu Fuß gehen. Wie löste er sein Problem? Er hat nachgedacht. Worüber? Wie er sein Problem löst. Gab es damals eine Erfindung, mit der man lange Strecken schneller erreichen konnte? Damals noch nicht. Also musste etwas erfunden werden. Das Auto.
Aber ich kann doch nicht so schnell etwas erfinden.
Es reicht schon, wenn du nachdenkst, denn du erfindest bereits in diesem Augenblick Gedanken.
Muezz Mahfuzi, 10d

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Sie redete, erzählte eine Geschichte

sie stoppte, lachte, wartete,

dann erzählte sie weiter,

über Freunde, Familie, über Welten und Liebe.

Doch ich lauschte lediglich dem Klang ihrer Stimme,

abwesend,

in Gedanken verworren ihre Worte bei mir nie angekommen

saß ich da, still und leise, auf meine eigene Weise

und lauschte dem Klang ihrer Stimme,

als sie erzählte, berichtete

was sie bedrückte, sie nachts aus dem Schlaf rüttelte

doch ihre Worte nie bei mir angekommen,

war ich doch in meinen eigenen Gedanken versunken, an ihnen beinahe ertrunken

an den Sorgen von Morgen und den Problemen von jedem

und dennoch lauschte ich dem Klang ihrer Stimme,

als sie erzählte, von Freunden und Familie, von Sorgen und Liebe.

Jasmim Hettmer, 10a

 

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