Profilwahl

Profilwahl – was es zu bedenken gilt…

  1. Vorgaben

Wenn ein Schüler sich für ein bestimmtes Profil entscheiden möchte, so muss sichergestellt sein, dass der Schüler in dem Profil gebenden Fach in dem Schuljahr vor Beginn des Profils mindestens ein halbes Jahr unterrichtet wurde. Das ergibt Sinn, da das Profil gebende Fach im Abitur eines von vier Prüfungsfächern ist![1]

Während das Profil gebende Fach automatisch Prüfungsfach wird, müssen die Begleitfächer nicht (!)  vorher belegt worden sein –, es sei denn, sie werden später als Prüfungsfächer gewählt.[2]

  1. Inhalte und persönliches Interesse

Jedes Profil hat eine Bezeichnung, die einen Hinweis darauf gibt, was inhaltlich zu erwarten ist. Eine Vertiefung der Inhalte erfolgt über die Angabe der Semesterthemen, die das Profil näher beschreiben und neugierig machen.

  1. Profil als Fächerverbund

Der Gewinn für das Lernen, der in diesem Gedanken liegt, ergibt sich aus der Verbindung und dem wechselseitigen Nutzen der Fächer untereinander. Die jeweiligen Semesterthemen werden aus den unterschiedlichen Fachperspektiven untersucht, vertieft und fortgeführt. Oft mündet dies in eine Projektphase, in der weitere, oft eigene Fragestellungen zum Thema von Untersuchungen / Nachforschungen gemacht werden können.

  1. Profil gebendes Fach und Begleitfächer

Bei der Entscheidung für ein Profil liegt das Augenmerk zunächst auf dem Profil gebenden Fach, für das eine hohe Motivation vorhanden ist. Bei der Betrachtung der Begleitfächer ist trotz eventuell vorhandener  Zweifel hinsichtlich der jeweiligen Fachinhalte zu bedenken, dass die Inhalte aller Fächer miteinander verknüpft werden. Dies eröffnet neue Sicht- und Arbeitsweisen, so dass vermeintlich unattraktive Fächer plötzlich interessant werden.

Für das Profil gebende Fach sowie die Begleitfächer gilt gleichermaßen:

Eine grundlegende Bereitschaft zur Mitarbeit und ein „Basis-Interesse“ sind Gelingensbedingungen für  eine gewinnbringende und  erfolgreiche Arbeit im Profil.

  1. Entscheidungskriterien

Folgendes Dreieck verbildlicht  mögliche Entscheidungskriterien:

 

Die erste Frage  nimmt eine  angedachte berufliche Ausrichtung im Anschluss an die Schule in den Blick.

Ziel der Profiloberstufe  ist eine auf Wissensvermittlung  gegründete Vorbereitung auf  Ausbildung oder Studium. Insofern sollte die Wahl des Profils nicht konträr zur gedachten Anschlussperspektive stehen.

Die zweite Frage beinhaltet den Aspekt der Motivation für zwei weitere Jahre Lernen sowie Vorbereiten für Prüfungen, verbunden mit ständigen Bewertungen.  Die vier Semester in der Profiloberstufe können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn der Lernprozess als spannend, bereichernd und motivierend empfunden wird. Grundlage dafür ist eine bewusste Entscheidung für das gewählte Profil

Die letzte Frage ist für Schülerinnen und Schüler oft die, die als erste ins Spiel kommt. Dahinter verbirgt sich der Wunsch nach einem möglichst guten Abitur. Da das Profil gebende Fach ein Prüfungsfach ist, ist es sowohl Teil des Abiturprüfungsblocks als auch durch die Semesternoten Teil der mindestens 32 Kurse, die in die Abschlussberechnung einzubringen sind.

  1. Erst- und Zweitwahl

Da es aber nur selten das optimale „paket“ aus Profil gebendem Fach und Begleitfächern für jede Schülerin  / jeden Schülerin gibt und die Schulorganisation den unterschiedlichsten Einflüssen unterliegt, muss frühzeitig überlegt werden, was geschieht, wenn man aus irgendeinem Grund nicht (!) sein Wunschprofil bekommt![3] Aus diesem Grund ist es wichtig, sich ganz bewusst über eine Zweitwahl Gedanken zu machen.

Auch die Zweitwahl sollte wohl begründet sein, um negative Aspekte wie allzu große Enttäuschung oder sogar Ärger und Frust möglichst gering zu halten.

Zu guter Letzt:

Wenn die Stammschule kein Angebot im Portfolio hat, von dem man absolut begeistert ist, kann man auch darüber nachdenken, eventuell zu einer Schule im Kooperationsverbund für die beiden Profiltage in der Woche zu pendeln oder die Schule zu wechseln.

Dabei ist genau abzuwägen, wo die Vorteile, aber auch wo die Nachteile liegen. Hier ist eine Beratung durch die Abteilungsleitung  sinnvoll, da durch langjährige Erfahrung die Schwächen in der Organisation benannt werden können, die trotz sorgfältiger Organisation nicht immer vermieden werden können.

Lars Lankow-Mischur

[1] Bei zwei Profil gebenden Fächern in einem Profil muss mindestens eines vorher belegt worden sein und nur das vorher belegte darf/muss im Abitur geprüft werden!

[2] Es können aber im Prinzip alle Fächer ins Abitur eingebracht werden und so den Abiturschnitt beeinflussen.

[3] Gründe dafür könnten sein, dass zu wenige Schüler ein Profil wählen (es wird nicht eingerichtet) oder zu viele Schüler (dann können nicht alle in das Profil hinein).