Wir ticken nicht ganz sauber! Eine Theaterkritik von Anna-Lena Matthias, 9c

DSC_0083Das an der Irena-Sendler-Schule aufgeführte Stück des WP-Kurses der zehnten Klassen unter der Leitung von Herrn Krösser handelt von einem Mädchen und ihrem Bruder, die in der Schule gemobbt werden. Dazu hat dieses Mädchen mit dem Namen Mariana noch ein schwereres Päckchen zu tragen als ihr Bruder Niklas. Da die Eltern der Geschwister ihnen nie zuhören und sich überhaupt nicht für sie interessieren, hat sie auch noch die gefühlte Verantwortung für ihren 16-jährigen Bruder, der sich für einen dreijährigen Jungen hält. Das tut er, weil er der festen Überzeugung ist, dass seine Mutter ihm so mehr Aufmerksamkeit schenkt, was wie so oft in der Welt, natürlich nicht geschieht. Die Eltern schreien sie nur an, sie sollen nicht nerven und sagen, dass sie etwas besseres zu tun hätten als sich um ihren Kinderkram zu scheren, der in der Schule geschieht.

Durch das Mobbing zieht sich Mariana zurück und entwickelt in ihrer Fantasie imaginäre Freunde. Durch aggressives Mobbing zweier Mädchen geht es so weit, dass Mariana zwangsläufig ausrastet und daraufhin in eine psychiatrische Nervenheilanstalt geschickt wird. Dort stellt sich heraus, dass der Leiter der Anstalt der Vater der Mobberinnen ist und er Mariana eine höhere Medikamentendosis geben will um sie zum Schweigen zu bringen. Dies tut er auf Geheiß seiner Frau, die eine totale Furie ist. Am Ende der Geschichte hat sich Mariana von dem psychischen Stress erholt und fängt an richtige Freunde zu finden. Ihre Eltern begreifen ebenfalls, dass es so nicht weiter geht und ändern sich. Den Eltern der Mobberinnen ist klar geworden, dass sie ihre Kinder dazu getrieben haben, das arme Mädchen so zu behandeln und begreifen, dass es falsch war. Sie probieren ab sofort eine richtige Familie zu werden.

Meiner Meinung nach war das Stück genial, von der dynamischen Kulisse bis zu der hervorragenden Leistung der Schauspieler und der ebenfalls hervorragenden musikalischen Begleitung am Klavier von Herrn Krösser.

Dieses ist ebenfalls die Meinung vieler Besucher, die ich nach dem Stück interviewte. Ich habe Schüler in der Altersspanne von 14-16 Jahren befragen können, auch Lehrer und Erwachsene. Allerdings fielen die Meinungen nicht wirklich unterschiedlich aus. Auf die Frage, ob sie es sich erneut ansehen würden und ob sie es weiter empfehlen würden, antwortete jeder Befragte mit einem klaren “JA!”. Und auf die Frage „Wie fanden sie das Stück?“ haben alle entweder “sehr gut” oder nur “gut” geantwortet. Daher schließe ich, dass das Stück bei allen Gästen in der Aula super angekommen ist.

Allerdings waren die Gründe, warum sie dieses Stück angesehen haben, ziemlich unterschiedlich. Von guter Reklame bis zu Familienmitgliedern, die mitwirken, war alles vertreten. Eine Dame antwortete auf diese Frage, dass sie sich die Stücke von Harald Krösser sehr gerne ansehen mochte. Die Antwort „das Bühnenbild und das schauspielerische Talent der Hauptprotagonisten“ bekam ich auf die Frage, was ihnen am besten gefallen habe. Als ich einen Schauspieler fragen konnte, warum er sich für diesen WP-Kurs entschieden hat, antwortete er: „Ich stehe halt gern im Vordergrund!“ Auf diese Antwort war ich nicht gefasst und musste mir ein Lachen verkneifen.

Ich hatte sogar, abgesehen von Herrn Krösser, die Möglichkeit bekommen einen Lehrer zu interviewen: unseren altbekannten Herrn Schwerdtfeger. Er war vollauf begeistert vom Stück und äußerte sein Bedauern gegenüber denen, die sich diese Aufführung nicht angesehen haben. Er bewundere ebenfalls, dass die Schüler das Bühnenbild so toll und dynamisch hinbekommen haben. Ich hatte auch die Möglichkeit Herrn Krösser vor und nach der Aufführung zu interviewen. Vor dem Stück habe ich ihn gefragt, wie lange der Kurs schon an diesem Stück arbeitete, und er antworte mit zwei Monaten. Ebenfalls habe ich ihn gefragt, ob er wohl denkt, ob die Stühle ausreichen. Daraufhin erklärte er mir erst mal, dass es aus Fluchtweggründen nicht mehr seien und fügte noch hinzu, dass er auf viele Stehplätze hoffe. Ich habe ihn auch gefragt, inwieweit er noch am Theaterstück mitgewirkt hat, bis auf dass er am Klavier begleitete. Er fügte auch noch das Skript aus den eingereichten Texten der Schüler zusammen und sorgte für den flüssigen Übergang und die Beleuchtung. Ich habe ihn vor der Aufführung noch nach ein paar Worten gefragt, die er vor dem Stück los werden wollte, und er sagte, dass es ihm sehr viel Spaß gemacht hat mit diesem Kurs zu arbeiten und es ihm eine Ehre gewesen sei diesen Kurs zu unterrichten. Nach der Aufführung habe ich ihn noch fragen können, ob alles so war wie er es sich erhofft hatte und er antwortete mit einem Lächeln im Gesicht: „Besser!“

Was ich für ganz wichtig halte ist die Antwort, die er mir auf die Frage gab ob er zum Abschluss noch was sagen wolle: „Ja. Dieses Theaterstück hat mir wieder Lust auf Theater und meinen Beruf gegeben.“

Und darauf habe einfach Fragen müssen, warum er überhaupt Theater unterrichtet, und diese Aussage hat mir wieder aus der Seele gesprochen und mich sehr bewegt: “Ich liebe das wunderbare intensive Zusammenspiel von Musik, Sprache und Körperausdruck!“

Alles in allem war dieses Stück ein voller Erfolg!

Von Anna-Lena Matthias (9c), Wahlpflichtkurs „Wir machen Zeitung“

 

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